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Dienstag, 8. Januar 2019 um 11:41

Gute Vorbilder durch gute Ausbildung

Stefan Bendrich (FF Stedtfeld/Stadt Eisenach) beim Führungskräfteseminar im JABZ

Seit Februar 2016 bietet der ThFV allen interessierten Feuerwehrführungskräften in Thüringen die Möglichkeit, sich im Bereich der „Menschenführung" weiterzubilden. Denn das Wissen um gute und faire Führung will genauso wie das Fachwissen solide erlernt werden. Zusammen mit der Thüringer Energie AG (TEAG) hat der ThFV hierfür eine modulare, finanziell geförderte Fortbildungsreihe mit vier aufeinander aufbauenden Modulen entwickelt, die speziell auf die Bedürfnisse der Feuerwehren zugeschnitten ist.

Felix Graumüller (FF Mörsdorf, LK Saale-Holzland)
„Anfangs nahm ich aus purer Neugier teil. Am Ende habe ich allerdings viel gelernt, über Methoden, das freie Sprechen – und mich selbst.“

Worum es geht?

Feuerwehrführungskräften erhalten Sicherheit und Klarheit in ihrer Führungsrolle, verbessern ihr Führungsverhalten (Wertschätzung, Motivation und lösungsorientierte Kommunikation) und lernen, Führungsinstrumente zielführender anzuwenden. Methoden der Konfliktprävention und Konfliktlösung werden durch Praxisbeispiele vermitteln, damit sie von den Teilnehmern erfolgreich und nachhaltig in der Entwicklung ihrer Feuerwehren einsetzbar sind. Zusätzlich stehen Vernetzung und Austausch mit anderen Führungskräften im Mittelpunkt, um sich gegenseitig bei der Bewältigung von Führungsaufgaben zu unterstützen.

Stefan Bendrich (FF Stedtfeld/Stadt Eisenach), selbstständiger Sachverständiger für Gebäudeentfeuchtung, erfuhr anfangs über seinen Amtsleiter von den Wochenendseminaren, die sich gut in seinen Alltag integrieren ließen. Trotz ungewohnter Kennenlernphase stellte sich für ihn schnell heraus, „[…] dass hier echt tolle Menschen [aus ganz Thüringen] sitzen. Es ist interessant zu hören, wie sie mit ihren Problemen umgehen, […] oder auch keine Probleme haben, sondern Lösungen für meine Probleme in meiner Feuerwehr.“ Im Laufe der Module verstand er „[…], dass diese Menschen Gleichgesinnte sind, die etwas bewegen wollen, ihnen aber manchmal das Gespür fehlte, wie man die Menschen dazu bringt, am selben Strang zu ziehen.

Stefan Bendrich
„Die Trainer vermitteln, wie man mit seinen Kameraden umgeht bzw. mit Vorgesetzten redet, wie man das Feuer, das in einem für eine bestimmte Sache brennt, auf die anderen überspringen lässt.“

Dazu werden unterschiedlichste Methoden und Übungen erlernt, „[…] jedoch gibt es für den Umgang mit Menschen keine Normen oder Regeln, sondern es ist ein Gefühl, [das] man erlernen kann […]“. Das Erlernte mache ihn umsichtiger und gezielter im Kontakt mit Menschen. Den eigenen Führungsstil zu finden und umzusetzen sei nicht leicht, aber nun habe er ein verbessertes Gespür dafür „[…] wie man Diskussionen […] und Aussprachen lenkt, damit natürlich für alle das Beste dabei herauskommt.“ Manchmal wünschte er sich, dass die Feuerwehr-Generationen vor ihm auch die Chance auf diese Führungskräfteseminare gehabt hätten.

Die Teilnahme lohnt sich vor allem dann, wenn man das Handwerkszeug dafür erhalten möchte, seine Kameradinnen und Kameraden besser zu motivieren, Prozesse effektiver zu steuern und Beratungen zielführender durchzuführen. Das dazu gehörige Methoden-Set erleichtert es, schwierige Situationen besser und souveräner zu meistern.

„Motivation zur Teilnahme war für mich die Tatsache, dass im Rahmen der verschiedenen Führungslehrgänge an der Landesfeuerwehrschule zwar sehr viel fachliches Wissen vermittelt wird, jedoch das Thema Menschenführung eine nur sehr untergeordnete Rolle spielt.“ sagt Steffen Höntsch (SFV Gera/FF Gera-Liebschwitz). „Jedoch ist gerade dies im Ehrenamt elementar. […] das vermittelte Wissen im Rahmen der Feuerwehrarbeit [ist] sehr nützlich, doch können die Teilnehmer auch im beruflichen Leben davon profitieren.“

Seminarleiter Martin Meissner sagt klar: „Man muss sich natürlich selbst fragen, was man davon hat, was es einem nützt. Die Antwort ist deutlich: eine Führungsperson ist der Imageträger der ganzen Wehr. Sie ist maßgeblich daran beteiligt, wie eine Wehr nach Innen und Außen wirkt, ob neue Mitglieder kommen oder ausbleiben. Was man also davon hat? Eine besser funktionierende Wehr, ein besseres Miteinander, eine bessere Kameradschaft – und schließlich auch mehr neue Kameradinnen und Kameraden. Dafür muss einem aber auch klar sein, dass das Veränderung bedeutet. Das schmeckt nicht jedem. Aber wir hoffen, dass die Leute mutig sind, zu uns kommen, auch wenn es ihnen fremd ist, oder dass sie ihre Führungspersonen hinschicken, um deren Kompetenzen zu verbessern – um schließlich ein besserer Kamerad, eine bessere Kameradin zu sein.“

Fakten:

  • Teilnehmerzahl je Gruppe: max. 15 Personen/min. 10 Personen
  • Teilnehmerbeitrag je Modul: 30 Euro | inkl. Übernachtungs- und Verpflegungskosten
  • Übernachtung: Doppelzimmer

Nächste Module

  • Modul 1 "Was macht gutes Führen aus und warum ist es so wichtig?": 15.03.-16.03.2019 oder 14.06.-15.06.2019
  • Modul 2 "Führungsinstrumente in der Praxis richtig anwenden": 05.04.-06.04.2019 oder 01.11.-02.11.2019
  • Modul 3 "Kommunikation als Antwort auf Komplexität": 10.05.-11.05.2019
  • Modul 4 "Konfliktbewältigung: In Konflikten stecken Chancen": 06.09.-07.09.2019

Im Jahr finden durchschnittlich zwei Module statt. Die großzügigen Zeitabstände geben den Teilnehmern die Möglichkeit, in den freien Phasen das Gelernte auszuprobieren und sich im nächsten Modul mit den anderen Teilnehmern darüber auszutauschen.

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